Kurzinfo:

Projekt
Juni 2021
Hamburg

Blick in Ausstellung im Barlach-Haus kombiniert mit Logo Bei Anruf Kultur

Bei Anruf Kultur – Ausstellungen am Telefon erleben

Hamburg, der 16. Juni 2021 – Das Büro grauwert, der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) und zahlreiche Kultureinrichtungen in Hamburg entwickelten im Frühjahr ein innovatives Vermittlungskonzept, um Kultur auch im Corona-Lockdown zugänglich zu machen. „Bei Anruf Kultur“ erreicht Menschen, die diese nicht live erleben können – per Telefon. Rund 20 Museen, Sammlungen und Gedenkstätten bieten Führungen im Rahmen von „Bei Anruf Kultur“ an. Gefördert wird das Projekt bis Ende des Jahres von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Es gibt Menschen, die Ausstellungen, Aufführungen oder andere kulturelle Angebote visuell nicht live erleben können. Zum Beispiel, weil sie blind oder sehbehindert sind. Oder sie sind aufgrund Ihres Alters nicht mobil genug für einen Besuch und digital nicht versiert. Andere können sich einen Besuch nicht leisten. Oder die Interessierten leben in einer anderen Stadt und wollten schon immer mal ein bestimmtes Museum in Hamburg besuchen. Für diese Menschen gibt es nun „Bei Anruf Kultur“. Nach der erfolgreichen Pilotphase möchten die Initiatoren das Konzept nun für den Kulturbetrieb etablieren und damit neue Zielgruppen erreichen. Die Behörde für Kultur und Medien unterstützt das Konzept und finanziert die Führungen, so dass das Angebot bis zum Ende des Jahres für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos ist.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der große Erfolg von ‚Bei Anruf Kultur‘ zeigt, dass die einfachen Ideen meist die besten sind! Das Angebot ist niedrigschwellig und spricht sehr unterschiedliche Zielgruppen für eine gemeinsame, akustische Führung an. Die Ausstellungen werden dabei so präzise beschrieben, dass sie vor dem inneren Auge lebendig werden. Ein tolles Projekt, das Kunst und Kultur mit dem Telefon für jeden und von jedem Ort aus erlebbar macht.“

Am Telefon können Gruppen von 15 Interessierten einer Führung folgen und auch Fragen stellen. „Bei Anruf Kultur funktioniert wie ein Podcast, bei dem zwischendurch Fragen gestellt werden können“, erklärt Mathias Knigge vom Büro grauwert. „Durch den gemeinsamen Austausch sind die Führungen sehr lebendig. Manchmal diskutieren die Teilnehmenden sogar weiter, wenn der Vermittelnde sich verabschiedet.“ „Unser Konzept ist inklusiv und bringt die unterschiedlichsten Menschen telefonisch zusammen. Das macht es so besonders“ ergänzt Melanie Wölwer vom BSVH. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir mit unserer Idee Menschen erreichen, an die bei kulturellen Angeboten bisher wenig gedacht wurde“.

Wie funktioniert Bei Anruf Kultur?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Festnetznummer und den Zugangscode für die Einwahl. Während der Führung werden sie stumm geschaltet und können so in aller Ruhe zuhören. Zwischendurch werden die
Teilnehmenden wieder dazu geschaltet, um Fragen zu stellen. Die Führungen dauern eine Stunde, ein weiterer Austausch im Anschluss ist möglich.

Die Initiatoren

www.BeiAnrufKultur.de ist eine gemeinsame Initiative des Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) und grauwert, dem Büro für Inklusion und demografiefeste Lösungen. Gemeinsam mit verschiedenen Hamburger Museen und Kunstvermittlern schaffen sie mit den Telefonführungen ein Angebot, dass verschiedensten Zielgruppen eine interessante Alternative zu herkömmlichen Kulturvermittlung bietet.

Logo vom BSVH und grauwert

Unterstützer

Unterstützt und finanziert wird das Projekt von der Behörde für Kultur und Medien, Hamburg. Die Pilotphase ermöglichten eine großzügige Förderungen der Stiftung Kulturglück und ein vom Kompetenznetzwerk EDAD (Design für Alle – Deutschland e.V.) initiiertes und der Aktion Mensch unterstütztes Projekt, mit dem Ausstellungen und Veranstaltungen für blinde und sehbehinderte BesucherInnen zugänglicher werden sollen.

Logos Unterstützer EDAD, Aktion Mensch und Stiftung Kulturglück

Weitere Informationen und das Programm unter www.beianrufkultur.de.

 

 

Presse

Wir freuen uns über die Berichte im NDR Hamburg JournalHamburger Abendblatt (Kultur live)Hamburger Abendblatt (Von Mensch zu Mensch), Deutscher Kulturrat, im Deutschlandfunkund auf Twitter unter #BeiAnrufKultur.

Presseanfragen bitte an Melanie Wölwer (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg) per Mail presse@beianrufkultur.de oder Telefon (040) 209 404 29.

Logo zeigt Telefonhörer mit Sprechblase in der "Bei Anruf Kultur" steht

Stimmen der Teilnehmer*innen

„Meine Mutter war ganz begeistert von der Ausstellung im Helmut-Schmidt-Forum und möchte gerne bei zwei weiteren Führungen teilnehmen. Dieses Ausstellungsformat ist perfekt für sie, die dabei ist blind zu werden und früher immer so gerne Ausstellungen besucht hat. Ich bin sehr sehr dankbar, dass sie auf diese Art ein Tor in die Stadt und zur Kultur hat, DANKE!“ Eva W., Wendland

„Ein großes Dankeschön für das Format von „Bei Anruf Kultur“. Es öffnet die Tür nach draußen in die Welt vom eigenen Wohnzimmer aus und ist ein Gewinn in diesen Tagen der noch geschlossenen Türen von Kultureinrichtungen. Von Anbeginn habe ich alle Führungen mitgemacht. Sie waren sehr unterschiedlich aber immer bereichernd.“
Martina Friedrich, Hamburg

„Es war wieder eine sehr interessante Führung, wo sehr anschaulich erklärt wurde und die Fragen der Teilnehmer gut beantwortet wurde. Die Besonderheit diesmal war es, dass wir auch Teilnehmer aus dem Allgäu und 2 Teilnehmer aus Barcelona (die aus Hamburg kommen) hatten. Es war also wirklich eine internationale Veranstaltung!“
Guido Mayer, Hamburg

„Die Führung hat mir sehr gut gefallen. Frau Junge hat ihre fachliche Kompetenz mit eindrücklichen Objektbeschreibungen gut verwoben und die Anmerkungen der BesucherInnen sehr gut genutzt, um einen atmosphärischen Eindruck des Raumes entstehen zu lassen. So gab es auch Grund zum Schmunzeln – gute Laune bei der Führung finde ich auch immer wichtig. Also eine sehr gelungene Kombination aus Wissensvermittlung und guter Stimmung.“
Christine Rieger, Berlin

„Die Führung mit Frau Junge war wieder ganz großartig! Sie ist ein echtes Naturtalent. Es macht großen Spaß, Ihren Ausführungen zu lauschen. Von dem Spiegel-Hochhaus und dessen Kantine haben wir einen tollen Eindruck gekommen. Ich muss unbedingt mal in das Museum!“
Hela Michalski, Hamburg

„Alle Termine, an denen ich bis jetzt teilgenommen habe, waren äußerst lohnend und regen an, sich intensiver mit mancher Thematik zu beschäftigen und sich wirklich auf den Weg zu machen, wenn es wieder geht, um die schönen Exponate im Original zu sehen. Ich freue mich auf die nächsten Telefonführungen!“
Sibylle Weitkamp, Laatzen (Deutscher Verband Frau und Kultur e. V.)

„Bei der Gelegenheit möchte ich gerne nochmal zum Ausdruck bringen, dass Frau […] diese Veranstaltungen sehr genießt und jedes Mal mit großem Interesse dabei ist. Bei ihrem Alter (93 Jahre!) sicher beachtlich. Deshalb auch von meiner Seite einen ganz herzlichen Dank an alle, die bei diesem Projekt so engagiert mitarbeiten.
Ernst Bastian

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