Bahnhofs.Quartiers Biebrich – „Design für Alle“ in der nachhaltigen Stadtentwicklung
Wenn ein Quartier neu geplant wird, müssen Barrierefreiheit und Inklusion von Anfang an mitgedacht werden. Wie das Konzept „Design für Alle” in der Stadtplanung verankert werden kann, zeigt sich im Bahnhofs.Quartier Biebrich. Hier soll eine 15-Minuten Stadt entstehen und Inklusion von Anfang an mitgedacht werden..
Das Forschungs- und Beratungsprojekt wurde im Auftrag der Landeshauptstadt Wiesbaden durchgeführt und hatte die Aufgabe, das Prinzip Design für Alle systematisch in die Quartiersentwicklung rund um den Regionalbahnhof Wiesbaden‑Biebrich zu integrieren.
Dafür erarbeitete das Büro grauwert gemeinsam mit dem Fachgebiet Entwerfen und Stadtplanung (UDP) der TU Darmstadt (Prof. Martin Knöll) praxisnahe Instrumente, einen Impulskatalog und konkrete Handlungsempfehlungen. Dabei werden Zugänglichkeit, Mobilität, Versorgung und Beteiligung zusammengedacht — nicht als Zusatz, sondern als Qualitätsmerkmal nachhaltiger Stadtentwicklung.
Ansatz und Arbeitsweise
Das Team Prof. Martin Knöll, Camilo Pfeffer und Mathias Knigge kombinierte wissenschaftliche Analyse, Praxiswissen und partizipative Formate: rechtliche und planerische Grundlagen (z. B. UN‑Behindertenrechtskonvention, Leipzig‑Charta) wurden mit lokalen Planungen, Best‑Practice‑Beispielen und studentischen Entwürfen verknüpft. Daraus entstand ein praxisorientierter Impulskatalog für Handlungsfelder wie Begegnung, Mobilität, Wohnen, Versorgung und Beteiligung. Die Zusammenarbeit zwischen TU Darmstadt und grauwert zielte auf übertragbare Werkzeuge und verständliche Handlungsempfehlungen.
Die wichtigsten Ergebnisse
- Design für Alle als Leitprinzip nutzen, damit Mehrwerte an Komfort und Attraktivität mit Barrierefreiheit und Inklusion für breite Nutzergruppen verbunden werden.
- Kein Mangel an Vorgaben, sondern konkreten Werkzeuge, Wissenstransfer und Beteiligungsformaten müssen eingesetzt werden.
- Konkrete Empfehlungen richten sich an Kommunen, Planungsbüros und Verwaltungen und sind auf die Weiterentwicklung des Bahnhofs.Quartiers übertragbar.
Transfer in die Praxis und Öffentlichkeitsarbeit
Inzwischen wurden die Ergebnisse in einem Fachbeitrag dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht. Download Fachbeitrag

Außerdem fand ein EDAD‑Webinar statt, in dem zentrale Erkenntnisse vorgestellt und mit Praxispartnern diskutiert wurden (Termin: 14. April 2026). Das Webinar stellte die konkreten Handlungsempfehlungen vor und warb mit Praxisbeispielen und weiteren Referenten für die Umsetzung in anderen Kommunen. Link EDAD-Webinar
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Das Projekt zeigt, dass barrierefreie Gestaltung und Inklusion kein Zusatzaufwand, sondern ein integraler Bestandteil nachhaltiger Quartiersentwicklung sind: Sie erhöhen die Nutzungsqualität für alle und unterstützen Ziele wie die 15‑Minuten‑Stadt. Die erarbeiteten Instrumente sollen Verwaltungen und Planer:innen helfen, Inklusion systematisch zu verankern.
Weitere Projektinformationen finden sich im Bericht des Fachbereich Architektur der TU Darmstadt (UDP) und dem Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Perspektive und Weiterentwicklung
Mathias Knigge vom Büro grauwert und Prof. Martin Knöll vom Fachgebiet Entwerfen und Stadtplanung der TU Darmstadt sind sehr daran Interessiert das Thema weiter zu verfolgen und freuen sich über den Austausch.