Museum für Naturkunde Berlin – Leitfaden Barrierefrei
Wie können Ausstellungen barrierefrei und ein gleichwertiges Erlebnis für alle sein? Reicht eine Checkliste, um bei Konzeption und Gestaltung an alle(s) zu denken?
Das Museum für Naturkunde Berlin steht vor großen Herausforderungen, da in den nächsten 10 Jahren sämtliche Gebäudeteile und Ausstellungen überarbeitet werden. Dafür hat das Büro grauwert gemeinsam mit dem Team Ausstellung des renommierten Museums einen Leitfaden erstellt.
Die Bestandsanalyse zeigte typische Barrieren: fehlende Unterfahrbarkeit von Vitrinen, Blendungen, unzureichende Lesbarkeit, wenige haptische Angebote sowie mangelnde Hörunterstützung, fehlende Angebote in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache sowie zu wenige Sitzgelegenheiten. Besonders herausfordernd ist es, dass in dem 1888 errichteten Gebäude ein großer Teil der Säle und viele der historischen Sammlungen ein denkmalgeschütztes Ensemble bilden.
Dabei ist die umfassende Sammlung mit über 30 Millionen Objekte ein großartiger Fundus um Zugänglichkeit neu zu denken, besonders da sämtliche Ausstellungen von einem festen internen Team des Museums entwickelt, gestaltet und geplant werden.
Zentrales Anliegen war es, den Akteur:Innen das Leitbild Design für Alle an die Hand zu geben und durch die Einbindung von potenziellen Nutzerinnen zu sensibilisieren und Feedback zu eigenen Lösungsansätzen zu erhalten. Diese Critical Friends haben in individuellen Treffen /Begegnungen persönlich dem Team über ihre Besuchserfahrungen berichtet und ihre Einschätzungen zu möglichen Lösungen formuliert. Damit wurde den sachlichen Vorgaben des Leitfadens eine persönliche Ebene hinzugefügt.
Der Leitfaden Barrierefrei enthält wo nötig konkrete Vorgaben und bietet wo immer möglich Handlungsspielräume. Damit hat das Team Ausstellung ein Werkzeug, um viele Barrieren zu vermeiden und attraktive Lösungen im Design für Alle zu entwickeln.
Beispielhafte Lösungen im Leitfaden zeigen, wie auch im denkmalgeschützten Umfeld eine attraktive Zugänglichkeit erreicht werden kann und wie gut gestaltete Mehrwerte aussehen können.
Das Projekt wird auch im EDAD-Arbeitskreis “Kultur im Design für Alle” am 9. Juni vorgestellt. Info und Anmeldung unter LINK