grauwert-Newsletter 2026.1
Unsere Themen
- Bahnhofs.Quartier Biebrich – Nachhaltige Stadtentwicklung im Design für Alle
- Museum für Naturkunde Berlin – Leitfaden Barrierefrei
- Kurzfilm Festival Hamburg – Wie Inklusion gelingen kann
- HOOGEN – innovative Aufzüge für Gebäudebestand
- Bei Anruf Kultur vor dem Aus? – Finanzierung nicht gesichert
- EDAD-Arbeitskreis – Kultur im Design für Alle
- Als wäre es leicht – Film mit blinden und gehörlosen Protagonisten öffnet neue Perspektive
- Neues Amt Altona – Barrierefreies Coworking in Hamburg
- ZVSHK-Award 2026 – generationenfreundliche Bäder auf der ISH 2027
- Inklusion voranbringen – Seminar an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung
- Termine – Aktuelle Vorträge, Publikationen und Aktivitäten vom Büro grauwert
Bahnhofs.Quartier Biebrich – Nachhaltige Stadtentwicklung im Design für Alle
Wenn ein Quartier neu geplant wird, müssen Barrierefreiheit und Inklusion von Anfang an mitgedacht werden. Wie das Konzept Design für Alle in der Stadtplanung verankert werden kann, zeigt sich im Bahnhofs.Quartier Biebrich. Hier soll eine 15-Minuten Stadt entstehen und Inklusion von Anfang an mitgedacht werden.
Dafür erarbeitete das Büro grauwert gemeinsam mit dem Fachgebiet Entwerfen und Stadtplanung (UDP) der TU Darmstadt (Prof. Martin Knöll) praxisnahe Instrumente, einen Impulskatalog und konkrete Handlungsempfehlungen. Dabei werden Zugänglichkeit, Mobilität, Versorgung und Beteiligung zusammengedacht — nicht als Zusatz, sondern als Qualitätsmerkmal nachhaltiger Stadtentwicklung.
Der ausführliche Fachbeitrag dokumentiert die Ergebnisse und steht zum Download bereit; zentrale Erkenntnisse wurden bereits in einem EDAD‑Webinar vorgestellt. Wie lässt sich die 15‑Minuten‑Stadt inklusiv gestalten? Dieses Projekt liefert übertragbare Werkzeuge für Verwaltungen, Planer:innen und Kommunen — für lebenswerte, nutzerfreundliche Quartiere, die wirklich für alle funktionieren. Mehr über das Projekt Bahnhofs.Quartier Biebrich auf grauwert.info

Museum für Naturkunde Berlin – Leitfaden Barrierefrei
Wie können Ausstellungen barrierefrei und ein gleichwertiges Erlebnis für alle sein? Reicht eine Checkliste, um bei Konzeption und Gestaltung an alle(s) zu denken?
Das Museum für Naturkunde Berlin steht vor großen Herausforderungen, da in den nächsten 10 Jahren sämtliche Gebäudeteile und Ausstellungen überarbeitet werden. Dafür hat das Büro grauwert gemeinsam mit dem Team Ausstellung des renommierten Museums einen Leitfaden erstellt.
Zentrales Anliegen war es, den Akteur:Innen das Leitbild „Design für Alle“ an die Hand zu geben und durch die Einbindung von potenziellen Nutzerinnen zu sensibilisieren und Feedback zu eigenen Lösungsansätzen zu erhalten.
Beispielhafte Lösungen im Leitfaden zeigen, wie auch im denkmalgeschützten Umfeld eine attraktive Zugänglichkeit erreicht werden kann und wie gut gestaltete Mehrwerte aussehen können.
Der komplette Bericht und Bilder aus dem Museum finden sich auf grauwert.info

Kurzfilm Festival Hamburg – Wie Inklusion gelingen kann
Seit 1985 zeigt das Kurzfilm Festival Hamburg jährlich ein ausgewähltes Programm und feiert gemeinsam mit Filmemacher:innnen, Industrie und Publikum die kurze Form des Films.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass auch Menschen mit Behinderung bei einem solchen Filmfestival dabei sind, egal ob im Publikum oder als Filmschaffende. Die Realität sieht anders aus – Barrieren entstehen aus Unwissenheit, Planungsfehlern, Ressourcenmangel.
Die diesjährige Edition vom 2. bis 7. Juni wird das Büro grauwert mit einem umfassenden Beratungs‑ und Workshop‑Programm zur Barrierefreiheit begleiten. Am Beispiel des Kurzfilm Festivals zeigen wir interessante und leicht übertragbare Schritte, hin zu einem zeitgemäßen und inklusiven Angebot für ein diverses Publikum. Mehr zum Kurzfilm Festival auf grauwert.info

HOOGEN – innovative Aufzüge für Gebäudebestand
Um mehr Wohnungen zugänglich für alle zu machen, müssen mehrgeschossige Wohnhäuser mit Aufzügen nachgerüstet werden. Nicht einmal zwei Prozent des Bestandes sind barrierefrei – ein enormer Bedarf an vertikaler Infrastruktur.
Das Berliner Startup HOOGEN Experience überzeugt nun mit einer modularen Leichtbaukonstruktion. Das Büro grauwert ist in diesem Projekt sowohl für die komplette Gestaltung als auch für das Nutzungskonzept verantwortlich.
Ein klassisches Projekt im Design für Alle, das die Entscheidung für einen Aufzugsanbau leicht macht, denn bisher scheitern Vorhaben an mangelnder Genehmigungsfähigkeit oder Vorbehalten von Eigentümern oder Bewohnern, Dabei sorgen ästhetische und wirtschaftliche Aspekte für eine schwierige Gemengelage – trotz Handlungsdruck.
Der HOOGEN-Prototyp in Berlin Schöneberg zeigt nun, wie ein Aufzug ganz ohne Schacht auskommt. Die Personenkabine fährt schlicht an zwei Säulen an der Fassade entlang. Das Design hält sich zurück, lässt dem Gebäude viel Licht und Raum, vor allem aber wird die Konstruktion ohne massive Eingriffe in die Bausubstanz angebracht – modular, ohne Kran bzw. Gerüst und mit reduziertem Material- und Zeitaufwand.
Besonders wichtig mit dem Prinzip ist es möglich (Altbau-)Wohnungen wirklich zu erreichen und nicht mit dem Aufzug auf „halber Treppe” zu enden. Ein Film zeigt das anschaulich.
Im Sommer ’26 steht die Zertifizierung der Innovation an, bevor es in die industrielle Produktion geht. Anfragen aus der Wohnungswirtschaft und von Eigentümergemeinschaften liegen vor und es entstehen strategische Partnerschaften. HOOGEN trifft offensichtlich den Nerv der Zeit mit einer zukunftsfähigen und vor allem überfälligen Lösung.
Mehr zu Hoogen-Aufzügen im Design für Alle auf www.grauwert.info

Neues Amt Altona – Barrierefreies Coworking in Hamburg
Es ist soweit: Das Gebäude steht und die ersten Arbeitsplätze sind eingerichtet. Das Projekt Neues Amt Altona (www.neuesamt.org) vereint in Zukunft Coworking, Atelierhaus und Nachbarschaftstreffpunkt unter einem Dach. Es ist genossenschaftlich organisiert, orientiert sich an den Bedürfnissen der Nutzer:innen und lädt zum Mitgestalten ein. Dies war möglich durch eine Konzeptvergabe und die finanzielle und oft auch tatkräftige Unterstützung von inzwischen über 250 Genoss:innen.
Auch das Haus des Engagements (HDE) wird Räume im Neuen Amt nutzen – ein niedrigschwellige Angebot für Ehrenamtliche, Initiativen und Besucherinnen mit unterschiedlichen Einschränkungen. Diese Bereiche wurden so konzipiert, dass Nutzer:innen besonders von barrierefreien Maßnahmen profitieren: stufenfreie Zugänge, gut lesbare Beschilderung, flexible Möblierung für unterschiedliche Bedürfnisse sowie technische Ausstattung für Hörunterstützung und digitale Zugänglichkeit.
Für das Büro grauwert eine Herzensangelegenheit: Wir fördern das genossenschaftliche Projekt aktiv. Es macht großen Spaß, im Zentrum von Hamburg-Altona einen Ort entstehen zu sehen, der – ganz im Design Für Alle – wirklich barrierefrei zugänglich ist. Einige Arbeitsplätze im Neuen Amt Altona sind noch frei.
Mehr Informationen und ein Bericht als Podcast auf www.grauwert.info

Bei Anruf Kultur vor dem Aus? – Finanzierung nicht gesichert
Seit über fünf Jahren ermöglichen die kostenfreien Telefonführungen von „Bei Anruf Kultur” deutschlandweit einen inklusiven Kulturgenuss. Initiiert vom Büro grauwert und dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) hat sich das Angebot rasant entwickelt und bietet derzeit fast täglich Führungen aus über 130 Kultureinrichtungen. Bisher wurde „Bei Anruf Kultur” von Aktion Mensch gefördert.
Trotz der großen Reichweite, dem inklusiven Ansatz und dem guten Feedback vom Publikum konnte bisher keine weitere Förderung gefunden werden, um das attraktive Angebot aufrechtzuerhalten.
Deshalb wird aktuell eine Anschlussfinanzierung gesucht: Mit der „Hamburger Rettungsmission für kulturelle Teilhabe” können sich jetzt Museen, Stiftungen, Unternehmen aber auch Privatpersonen als Partner einbringen. Mehr zum Projekt „Bei Anruf Kultur”

Als wäre es Leicht — Film mit blinden und gehörlosen Protagonisten öffnet neue Perspektive
Der Spielfilm „Als wäre es Leicht” erzählt die zarte Liebesgeschichte zwischen einer gehörlosen Frau und einem blinden Mann — gespielt von Darsteller:innen, die ihre Lebensrealität authentisch repräsentieren. Der Film macht Wahrnehmung, Kommunikation und Alltagsbarrieren sichtbar und zeigt, wie Nähe jenseits gängiger Seh‑ und Hörmuster entsteht.
Die Produktion liegt dem Büro grauwert besonders am Herzen: Authentische Besetzung, barrierefreie Vorführformate mit Untertiteln und Audiodeskription sowie App‑gestützte Angebote erweitern das Publikum und führen dazu, dass Kinos inklusiver werden. Ein Film, der nicht nur berührt, sondern auch praktische Impulse für Festivals und Kinos liefert. Mehr dazu in unserem Beitrag auf grauwert.info.

Inklusion voranbringen – Seminar an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung am 21./22.Mai 2025
Wie können Museen die barrierefreie Zugänglichkeit ressourcenorientiert, pragmatisch und gut gestaltet im Design für Alle umsetzen? Viele Akteur:innen im Bereich Kultur möchten dem gesetzlichen Anspruch auf Barrierefreiheit entsprechen, aber Gestaltungskonzepte, Denkmalschutz, Personalmangel und knappe Budgets machen die Umsetzung nicht immer leicht.
Marion Hesse-Zwillus (Museumsdienst Köln) und Mathias Knigge (Büro grauwert) vermitteln in einem Seminar an der Akademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, wie auch mit vorhandenen Mitteln Inklusion im Museum gestärkt werden kann. Das Seminar bietet eine neue Perspektive und zeigt Wege auf, wie Inklusion und Barrierefreiheit mit komfortablen und attraktiven Mehrwerten für das Publikum verbunden werden können.
Teilnehmer:innen erleben in kleiner Runde inspirierende Beispiele und haben Raum für Austausch sowie die Entwicklung eigener Ansätze. Mehr Informationen und Anmeldung auf www.grauwert.info

EDAD-Arbeitskreis – Kultur im Design für Alle
Das gemeinnützige Kompetenznetzwerk EDAD (Design für Alle – Deutschland e.V.) bietet mit dem Arbeitskreis Kultur im Design für Alle eine hervorragende Möglichkeit, sich auszutauschen und im kleinen Kreis Lösungen für Barrierefreiheit und Inklusion zu finden. Der Arbeitskreis richtet sich vor allem an Mitarbeitende von Museen, Gedenkstätten und anderen Kultureinrichtungen. Es werden inspirierende Beispiele aus Vermittlung, Ausstellungsgestaltung und Kommunikation vorgestellt und diskutiert. Und es besteht die Möglichkeit, in Form der kollegialen Beratung im kleinen Kreis Lösungen für eigene Herausforderungen zu finden.
Der Arbeitskreis trifft sich viermal im Jahr mittwochs auf Zoom für 1,5 Stunden. Termine, weitere Infos und Anmeldung auf www.design-fuer-alle.de.

ZVSHK-Award 2026 – generationenfreundliche Bäder im Design für Alle
Mit dem ZVSHK-Award 2026 zeichnet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) vorbildliche Lösungen für generationenfreundliche Bäder aus. Zum siebten Mal werden diese auf der Weltleitmesse ISH in Frankfurt am Main ausgezeichnet und sowohl dem Sanitärhandwerk als der Öffentlichkeit vorgestellt.
Dabei spielt das Konzept Design für Alle eine wesentliche Rolle, um attraktive Mehrwerte mit barrierefreier Zugänglichkeit zu verbinden. Nur so können die bis 2030 nötigen drei Millionen barrierefrei umzugestaltenden Bäder entstehen.
Aus diesem Grund kooperiert der ZVSHK mit dem Kompetenznetzwerk Design für Alle – Deutschland (EDAD). Mehr zu den nominierten Produkten und zum Award

Termine – aktuelle Vorträge, Publikationen und Aktivitäten vom Büro grauwert
- Workshop: Kommunikationsmittel inklusiv UND attraktiv gestalten – Webinar mit Workshop für das Projektbüro digitale Kinder und Jugendarbeit / jugend@bw – 15. Juli 2026 – Online – Mehr Infos und Anmeldung
- Vortrag: Nutzer*innenorientierte Lösungen im Sinne des „Design für alle” – Session auf der Tagung „Gemeinsam Digital – Kleinere Museen und ihr Publikum im digitalen Wandel” von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) – 23. Juni 2026 – Stuttgart / mehr zur Tagung
- Vortrag: Bilder zum Sprechen bringen – Deskription und Bildbeschreibung für die Kulturvermittlung – Webinar mit Workshop an der Akademie kulturelle Bildung Wolfenbüttel – 8. Juni 2026 – Online / Anmeldung hier
- Vortrag: Barrierefreiheit attraktiv gestalten: Das Konzept „Design für Alle“ – Vortrag an der FH Potsdam im Rahmen der Ringvorlesung „Diversität in Architektur und Bauwesen” – 27. Mai 2026 – Potsdam – mehr auf grauwert.info
- Vortrag: Kultur barrierefrei im Design für Alle anbieten – Beitrag im Webinar des Kompetenzzentrums für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur / Kubia – 19. Mai 2026 – Online / Info und Anmeldung hier
- Veröffentlichung: Design für Alle in der nachhaltigen Stadtentwicklung – Fachbeitrag für die Entwicklung eines inklusiven 15-Minuten-Stadtteils mit Handlungsempfehlungen für das Bahnhofs.Quartier Biebrich in Wiesbaden – mit TU Darmstadt (Martin Knöll / Camilo Pfeffer) – März 2026 – Download des Fachbeitrages
- Veröffentlichung: Kulturvermittlung per Telefon – Artikel im Kultur Management Network Magazin Ausgabe 187 „Kulturelle Teilhabe” – März 2026 – mehr / Download
Mehr News auf www.grauwert.info lesen
Unsere Philosophie
Komfortabel, attraktiv und barrierefrei zugänglich – grauwert entwickelt nutzerorientierte Lösungen im Design für Alle.
Wir unterstützen Unternehmen, um Mehrwerte zu schaffen und neue Zielgruppen zu erschließen, anstatt Konsumenten aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auszuschließen.
Impressum
grauwert – Büro für Inklusion und
demografiefeste Lösungen
Dipl.-Des. Dipl.-Ing. Mathias Knigge
Eulenstraße 91 – 22765 Hamburg
Telefon: 040.79693757
eMail: mail@grauwert.info
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